„Gemeinsam aktiv werden“

„Gemeinsam aktiv werden“

An der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule Balingen wurden sieben Schülermentoren mit Schwerpunkt Integration ausgezeichnet
Zertifikate und Programme für Schülermentoren gibt es in vielen Bereichen. Ein Mentoring zur Förderung der Integration kannte man in Baden-Württemberg bislang jedoch nicht. Im Zollernalbkreis startete in diesem Schuljahr das Pilotprojekt „Schülermentoren mit Schwerpunkt Integration“ an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule Balingen in Kooperation mit dem Katholischen Jugendreferat Balingen und der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau. Am 16. Juli wurden sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule Balingen das Zertifikat „Schülermentoren mit Schwerpunkt Integration“ verliehen. Es waren Schülerinnen und Schüler aus der Eingangsklasse des Technischen Gymnasiums, der zweijährigen Berufsfachschule sowie aus der Internationalen Klasse.

Eckhard Bäcker, Religionslehrer und Schulseelsorger, initiierte das Pilotprojekt gemeinsam mit Esther Hofele, Dekanatsjugendreferentin des Katholischen Jugendreferats Balingen und Sabrina Hipp, Ehrenamtsbegleiterin in der Flüchtlingsarbeit der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau.

Zu Beginn der Ausbildung stand im Herbst 2017 ein dreitägiger Workshop im katholischen Pfarrhaus Gösslingen mit dem Ziel die Schülerinnen und Schüler für andere Kulturen und Lebensweisen zu sensibilisieren. Die Schüler setzten sich mit Themen wie Flucht und Fluchtursachen, Verständnis von Heimat, Umgang mit Vorurteilen und Möglichkeiten der Integration auseinander. Zur Ausbildung gehörte auch die Durchführung eines selbstverantwortlich-geplanten Projekts mit dem Ziel der „gemeinsamen Begegnung“ von unterschiedlichen Kulturen, Nationalitäten und Religionen.

Zum Ende des Schuljahres erfolgte die Projektumsetzung. Die Schülermentoren luden Schülerinnen und Schüler aus der Internationalen Klasse mit ihrem Klassenlehrer Urs Hanisch zum „internationalen Grillen“ ein. Gemeinsam wanderte man auf den Kleinen Heuberg, wo schon Getränke, Biertischgarnituren, Feuerholz und Spiele für die Ankommenden bereit standen. Zum „Aufwärmen“ gab es zunächst verschiedene Kennenlernspiele.  Beim Grillen der vielfältigen mitgebrachten Köstlichkeiten wurde sehr genau darauf geachtet, dass Rind- und Hähnchenfleisch nicht mit Schweinefleisch in Kontakt kam. Im Vordergrund stand hier die Akzeptanz für andere Essenskulturen sowie die Möglichkeit, diese traditionell hergestellten oder mitgebrachten Speisen kulinarisch kennen zu lernen. Besonders gut kamen die vielfältigen Nachspeisen an, vom eriträischen Schoko-Bananenkuchen über deutsche Nussschnecken bis zum syrischen Pistaziengebäck. Während des gemeinsamen Essens hatten die Schülerinnen und Schüler einander viel zu erzählen. „Alles hat Spaß gemacht – und wir würden das gemeinsame Grillen gerne wiederholen“ – so die Stimmung zum Schluss. Die gemeinsam verbrachte Zeit ermöglichte ein vertieftes Verständnis füreinander, was im schulischen Alltag in dieser Form nicht zustande käme.

Nach diesem erfolgreich durchgeführten Projekt konnten die sieben Schülermentoren und Schülermentorinnen mit Stolz die Zertifikate entgegen nehmen, die ihnen mit Glückwünschen und viel Lob durch Ute Sauter von der Stabsstelle Integration beim Landratsamt überreichte.